|
Vorbereitungslauf für meine
geplante Teilnahme am diesjährigen UTMB. Plädoyer für den Fidelitas Nachtlauf
In diesem Jahr stand erstmals der
Fidelitas Nachtlauf in Karlsruhe auf meinem Programm. Soviel sei schon einmal
verraten, eine wirklich gelungene und schöne Veranstaltung. Das sowohl aus
sportlicher wie auch aus organisatorischer Sicht. Ein Start in Karlsruhe stand
schon seit Jahren auf dem Wunschzettel, wurde aber wegen der Teilnahme an den
Bieler Lauftagen immer wieder verschoben. Es mag unredlich sein, den viel
kleineren Fidelitas Nachtlauf nun mit Biel zu vergleichen. Warum ich dennoch
den Spagat wage, liegt im verborgenen Potential der Badener Veranstaltung. Obwohl beide
Traditionsveranstaltungen mit einem Ultra-Nachtlauch der Läuferschar etwas vergleichbares anbieten, kann der Unterschied kaum größer
sein. Dort das Großereignis geprägt durch das legendäre, zwischenzeitlich
leicht angestaubte, Motto ´Einmal musst du nach Biel´. Und hier ein
überschaubares, schon familiär anmutendes Laufereignis. Dabei sind bei kaum
längerer Distanz für Biel stolze € 74 (mit Medaille) und für Karlsruhe gerade
mal € 30 an Startgeld fällig. Bekommen tun die Läuferinnen und Läufer dafür gar
nicht mal soviel unterschiedliches. Karlsruhe hat eine interessante,
anspruchsvollere Strecke. Vielleicht etwas zuviel Straße und Ortschaften, aber
das ist bei den Schweizern keinesfalls besser. Die Verpflegung ist schon wegen
der Größe zwar nicht so reichhaltig wie in Biel, entspricht aber voll den läuferischen
Anforderungen. Im Gegensatz zum grossen Bruder werden
die Finisher in Karlsruhe mit einer kostenlosen
Zielverpflegung belohnt. Die Organisation ist zweckmäßig solide mit kaum
unnötigem Schnörkel. Finisher erhalten zur Erinnerung eine Medaille und ein
hochwertiges Finisher-Shirt.
Start um 17:00 im Stadion PSK
Südstern Gestartet wird in Karlsruhe um
17:00 im Stadion des PSK Südstern. Das Hauptfeld läuft also den größten Teil
der 80 km Distanz noch bei Tageslicht. Nur im letzten Teil wird es je nach
Geschwindigkeit früher oder später dunkel. Wie bei Ultrastrecken auf großer
Runde üblich, werden alternativ Staffelläufe angeboten. Das schafft ein zusätzliches
Teilnehmerfeld und unterstützt zumindest die flotteren Einzelkämpfer in den
hinteren Streckenabschnitten. Die Schnellen erreichen das Ziel noch vor
Mitternacht. Für Genussläufer und Walker bleibt dank des großzügigen Zeitlimits
von 16 Stunden das Ziel bis weit in den Morgen hinein geöffnet. Das Starterfeld
mit ca. 220 Einzelläuferinnen / Einzelläufer und 90 Staffeln ist überschaubar.
Man kann stets unbeschwert laufen. Keine überforderten Radbegleiter versperren
einem den Weg, so wie es einem in Biel immer wieder ergehen kann.
Zieleinlauf Staffel LFT TRI
Winterbach Die Strecke als solches bietet
viel Abwechslung. Zu Beginn ein langer Flachabschnitt vorwiegend in bebauter Umgebung
durch Durlach und Grötzingen. Bei Streckenkilometer
18 wartet die erste Herausforderung mit einem längeren aber gut zu laufenden
Anstieg. Im mittleren Teil verläuft die Strecke recht abwechslungsreich mal im
Wald, dann auf weiter Flur und gelegentlich mitten durch Ortschaften. Schön für
das Auge und für das Gemüt, wenn auch im späteren Verlauf das stete rauf und
runter merklich an den Kräften zehrt. Alles in allem dennoch eine gut lösbare
Aufgabe. Die Schleife verläuft dabei weiträumig durch Jöhlingen,
Singen, Mutschelbach, Langensteinbach, Ittersbach nach Langenalb. Mehrfach müssen ungesicherte
Straßen überquert werden. Der krönende Abschluss beginnt nach km 65 zunächst
auf einem etwas unebenen Naturweg und dann höchst versöhnlich auf einem langen,
stets fallenden Waldweg eingebettet in ein beschauliches Tal. Hier ist es meist
schon dunkel und wer das Licht abschaltet taucht in eine Traumwelt ein, gestört
nur durch gelegentlichen fernen Straßenlärm. Erst bei der Durchquerung von
Ettlingen beginnt das urbane Leben wieder zu erwachen. Es folgt die
Schlussetappe zunächst entlang einer Straße und dann im Wald mit dem
Zieleinlauf im Stadion, wo man auch lange nach Mitternacht noch begeistert
empfangen wird. Die Markierungen der Strecke lassen reichlich Spielraum für
Streckenabweichungen. Besser gesagt, man muss ständig auf der Hut sein, sich
nicht zu verlaufen. Auch weil man gelegentlich mal alleine unterwegs sein kann.
Ein leichter Hauch vom Reiz eines Orientierungslaufes. Wer auf eine
Kilometermarkierung angewiesen ist, wartet allerdings vergebens. Kleinere
Optimierungspotentiale, die aber den überaus positiven Gesamteindruck der
Veranstaltung kaum beeinträchtigen. Fazit: ein klares Plädoyer für den
Fidelitas Nachtlauf. Gewertet werden Einzelstarterinnen und Einzelstarter als
Gesamtsieger und in der 10´er Altersklasseneinteilung sowie die Staffeln in den
Wertungen Frauen, Männer und gemischt. Die Ergebnisse können unter http://www.fidelitas-nachtlauf.de/site/ger/lauf_beschreibung.php auf der Homepage des Veranstalters nachgelesen werden. Die Siegerehrung ist
bereits eine Stunde nach Mitternacht eingeplant. Zu einem Zeitpunkt wo möglicherweise
mancher Podestplatz noch zu vergeben ist. Dementsprechend verzögert sich im
Grunde schon vorhersehbar die Verkündung der Altersklassenwertung etwas.
Siegerehrung Männer Die Bilder wurden freundlicherweise
durch den Veranstalter zur Verfügung gestellt. Walter Mödinger |